Maximilian Ehrhardt Historische Harfe

Maximilian Ehrhardt zählt zu den international führenden Spezialisten für historische Harfen. Seine Arbeit verbindet virtuose Aufführungspraxis mit Quellenforschung und der Entwicklung neuer Konzert- und Musiktheaterformate. Im Zentrum steht die Frage, wie wenig bekanntes und vergessenes Repertoire der Harfe des 17. und 18. Jahrhunderts wiederentdeckt und für die Gegenwart neu erschlossen werden kann.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Arbeit liegt auf der Musik der walisischen Harfenisten des 18. Jahrhunderts. Seine erste Solo-CD None but the Brave (2020) entstand aus seiner Forschung zu von ihm entdeckten Manuskripten in der National Library of Wales. Konzertreisen und Studienaufenthalte führen ihn regelmäßig nach Wales; seit 2023 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter ehrenhalber bei Amgueddfa Cymru – Museum Wales.

Ein weiterer Fokus gilt den historischen Pedalharfen des 18. Jahrhunderts. Mit seinem Ensemble Société Lunaire erschließt Ehrhardt wenig bekanntes Repertoire für die Einfachpedalharfe und entwickelt daraus neue Konzertprogramme. Für seine Forschung zur Harfe im Paris des 18. Jahrhunderts wurde er 2026/27 für ein Stipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris ausgewählt.

Auch die Verbindung von historischer Aufführungspraxis und zeitgenössischem künstlerischem Experiment prägt seine Arbeit. Für DIMINUTIONS übertrug Ehrhardt die historische Praxis der Diminution auf die Arpa Doppia und lud zeitgenössische Komponist*innen ein, neue Werke für das Instrument zu entwickeln. Die gleichnamige Solo-CD wurde 2025 für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.

Als Solist und Continuo-Spieler arbeitet Ehrhardt regelmäßig mit führenden Ensembles und Orchestern zusammen, darunter Concerto Köln, L’Arpeggiata, Concerto Copenhagen, das Balthasar Neumann Ensemble, Les Talens Lyriques, das Boston Early Music Festival Orchestra und das Wrocław Baroque Orchestra. Dabei arbeitete er mit Dirigent*innen wie Kent Nagano, Christina Pluhar, Thomas Hengelbrock, Lars Ulrik Mortensen und Christophe Rousset.

Engagements führten ihn unter anderem an die Carnegie Hall, die Philharmonie de Paris, das Concertgebouw Amsterdam, die Königliche Oper Kopenhagen und die Bayerische Staatsoper. Mit Concerto Köln und dem Dresdner Festspielorchester unter Kent Nagano wirkte er an der ersten historisch informierten Aufführung von Wagners Ring des Nibelungen auf historischem Instrumentarium mit.

Ehrhardt studierte moderne Harfe am Conservatorium van Amsterdam bei Prof. Erika Waardenburg und historische Harfen bei Prof. Mara Galassi an der Accademia Internazionale della Musica di Milano. Beide Masterstudiengänge schloss er cum laude ab. Während seiner Ausbildung spezialisierte er sich auf historische Improvisation, Generalbassspiel und das Repertoire der Harfe vom frühen italienischen Barock bis ins späte 18. Jahrhundert.

Neben seiner Tätigkeit als Interpret ist Ehrhardt künstlerischer Leiter von Société Lunaire und Alte Musik am Bodensee e.V., wo er eigene Konzert-, Forschungs- und Musiktheaterprojekte entwickelt. Seine Diskographie umfasst zahlreiche Solo- und Ensembleeinspielungen. Für seine Mitwirkung an der Einspielung von Giuseppe Scarlattis I portentosi effetti della madre natura mit Ensemble 1700 wurde er 2024 mit dem Opus Klassik ausgezeichnet.

Weitere Informationen zu Maximilian Ehrhardt finden Sie unter:
www.maximilianehrhardt.com