06|10|2016 Abendkonzert

Wohlauf, wohlauf am Bodensee

– Virtuose Barockmusik aus der Bodenseeregion und Italien

Donnerstag 06 | 10 | 2016

20 Uhr | Münster Unserer Lieben Frau – Lindau

Konzert

Parnassus Collective (NL)

Nadine Henrichs – Violine
Nicholas Emmerson –  Zink
Santiago Casalta – Posaune
Inga Maria Klauke – Dulzian
Maximilian Ehrhardt – Harfe
Edoardo Valorz – Orgel

Freier Eintritt

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Das Programm Wohlauf, wohlauf am Bodensee erzählt die Geschichte der reisenden Musiker des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts. Von Italien aus brachen diese, mit spannenden neuen Kompositionen und musikalischen Stilen im Gepäck, gen Norden auf, um dort ihr Glück zu finden. Auf dieser Reise überquerten sie die Alpen und kamen auch oftmals nach Süddeutschland und in die Bodenseeregion, wodurch ein wechselseitiger kreativer Austausch entstand. Die spannende Kulturgeschichte dieser Region wird in diesem Konzert mit virtuosen Werken italienischer und deutscher Meister der Renaissance und des Barock musikalisch erlebbar gemacht.

Das Instrumentalensemble Parnassus Collective entstand im Umfeld des Koninklijk Conservatorium in Den Haag, einem der international angesehensten Institutionen auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis. In seiner Arbeit konzentriert sich dieses internationale Ensemble auf die Instrumentalmusik der Renaissance und des Barock unter Verwendung von (Kopien von) Originalinstrumenten aus dieser Zeit. Die Klänge dieser Jahrhunderte alten Kompositionen werden durch die virtuosen jungen Musiker in all ihrer Farbenpracht und Ausdrucksstärke in den Konzertsaal von heute transportiert.

Nadine Henrichs erhielt ihren ersten Violinunterricht im Alter von 11 Jahren bei Marie-Luise Jauch in Hannover und begann nach dem Abitur bei Professor Martin Dehning an der Musikhochschule Münster zu studieren. In dieser Zeit machte sie ihre ersten Erfahrungen mit der “historischen Aufführungspraxis”, die sie so sehr faszinierten, dass sie 2008 nach ihrem ersten Diplom an die Hochschule für Künste, Bremen wechselte, um sich dort bei Professor Thomas Albert auf die Barockvioline zu spezialisieren. Nach ihrem zweiten Diplom 2011 blieb Henrichs für ein Studium der Violine der Klassik ein weiteres Jahr bei Thomas Albert. 2012 war sie Mitglied im EUBOEuropean Union Baroque Orchestra – und nahm 2013 an der Ambronay European Baroque Academy unter der Leitung von Leonardo García Alarcón teil. Des Weiteren hat sie Meisterkurse bei Mira Glodeanu, Veronika Skuplik, Anton Steck und Sirkka-Liisa Kaakinen besucht und Unterricht bei Shunske Sato, Sophie Gent und Jane Rogers (Barockviola) genommen

Henrichs ist regelmäßig zu Gast in verschiedenen Ensembles, u.A. im Ensemble Weser-Renaissance Bremen und Ensemble Odyssee Amsterdam, bei Holland Baroque und Luthers Bach Ensemble in den Niederlanden sowie bei Concerto Köln und beim Freiburger Barockorchester. Zu dem ist sie noch Konzertmeisterin ihres eigenen Orchesters Unitate Melos und Gründungsmitglied des Parnassus Collective.

Nicholas Emmerson begann schon während seines Trompeten-Grundstudiums in Newcastle und McGill in Montréal Barocktrompete zu spielen. Er wurde mit dem David Barlow Memorial Prize der Stadt Newcastle ausgezeichnet und machte dort 2005 seinen Abschluss cum laude. Danach spezialisierte er sich ganz auf die Barocktrompete und studierte von 2005 an bei Susan Williams am Koninklijk Conservatorium Den Haag. Nach dem Masterabschluss 2010 faszinierte ihn der Zink so sehr, dass er zuerst Stunden bei Marleen Leichen in Antwerpen nahm und dann 2013 bei Gebhard David an der Hochschule für Künste Bremen zu studieren begann. Während dieses Zink-Studiums nahm er an mehreren Akademien teil, u.A. an der Académie Européenne de Musique d’Aix-en-Provence, wo er unter der Leitung von William Christie Purcells Fairy Queen zur Aufführung brachte. Des Weiteren hat er Trompetenunterricht bei Ute Hartwich und Jean-François Madeuf, und Zinkstunden bei Bork-Frithjof Smith, Jean Tubéry und William Dongois genommen.

Emmerson ist Mitglied und Gast bei internationalen Ensembles wie Symphonie Atlantique, Clarini Trompetenensemble, Musica Amphion, Apollo Ensemble, Elbipolis Barockorchester, Currende, die Kölner Akademie, Il Gardellino, Nederlands Bachvereniging, Les Muffatti, Vox Luminis, Bach Collegium Japan und Les Agrémens und ist außerdem Gründungsmitglied von Copper & Zink und dem Parnassus Collective.

Santiago Casalta wurde 1983 in Nules (Spanien) geboren und begann dort seinen Posaunenunterricht im Alter von sieben Jahren. Seine Studien der modernen Posaune führte er ab 2002 in Barcelona und später in Rotterdam fort. In Spanien wurde er mit zahlreichen Preisen und Stipendien, darunter dem III Concurs de Joves Interprets Vila de Betxí 2001 des spanischen Kulturministeriums,  dem Stipendium des Institut Valencia de la Musica und dem Premis Ibercaja 2008 ausgezeichnet. Seinem Interesse an der historisch informierten Aufführungspraxis folgend, absolvierte er ein Masterstudium der barocken Posauneninstrumente bei Charles Toet am Koninklijk Conservatorium in Den Haag, welches er 2015 abschloss.

Er tritt regelmäßig mit Barockorchestern und Ensembles auf, wie u.a. Concerto Amsterdam und Copper and Zink auf und spielte im Festival Oude Muziek in Utrecht (NL) und dem Festival Musicale Estense (I). Als Spezialist für die Musik des sechzehnten Jahrhunderts bis zur zeitgenössischen Musik ist er Gast bei zahlreichen Orchestern und Ensembles in den Niederlanden und darüber hinaus.

Inga Maria Klaucke studierte Blockflöte und historische Fagottinstrumente an der Universität der Künste Berlin, der Royal Academy of Music in London, und als Mitglied des Jeune Orchestre Atlantique in Saintes, Frankreich, bei Christoph Huntgeburth, Daniel Brüggen, Andrew Watts, Alberto Grazzi, Donna Agrell und Jane Gower.  2012 schloss sie ihr Konzertexamen Blockflöte mit Auszeichnung ab, und rundete ihre umfassenden Studien anschließend mit einem Master für historische Fagotte am Conservatorium van Amsterdam bei Benny Aghassi ab.

Klaucke konzertiert regelmäßig in flexiblen Kammerbesetzungen und mit zahlreichen größeren Ensembles und Orchestern, und trat u.a. mit der Lautten Compagney Berlin, Florilegium, dem London Handel Orchestra, der Stockholm Bach Society, der Musical and Amicable Society, The Hanover Band, dem Gabrieli Consort and Players, dem Johann-Rosenmüller-Ensemble, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, der Akademie für Alte Musik Berlin, Concerto Copenhagen, dem English Cornet and Sackbut Ensemble, Arte dei Suonatori, der Academy of Ancient Music, Concerto Köln, Pygmalion, Capriccio Stravagante, Spiritato, und Solomon’s Knot Baroque Collective auf.

Maximilian Ehrhardt schloss die Studien der modernen Harfe (Conservatorium van Amsterdam bei Prof. Erika Waardenburg) sowie der historischen Harfen (Accademia Internazionale della Musica di Milano bei Prof. Mara Galassi) mit dem Master ab. 2013 war er Solo-Harfenist der 20. European Baroque Academy Ambronay.

Er trat unter anderem mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem Orchester der Komischen Oper Berlin, dem Gürzenich-Orchester der Kölner Oper, der Fynske Opera, der Neuen Düsseldorfer Hofmusik (Opernhaus Düsseldorf), der Lautten Compagney und dem Choeur de Chambre de Namur auf und arbeitete mit Dirigenten wie Sylvain Cambreling, Konrad Junghänel, Lorenzo Ghielmi und Leonardo García Alarcón. Unter anderem spielte er in den Festivals für Alte Musik in Berlin und Utrecht, dem Festival della Valle d’Itria, dem Festival Claudio Monteverdi sowie dem MITO Settembre Musica Festival. Als Gründungsmitglied des Ensembles L’Aura Rilucente nahm er an zahlreichen internationalen Festivals teil und veröffentlichte 2015 eine CD für das Ambronay Label (Harmonia Mundi). Neben diversen weiteren CD-Aufnahmen spielte Ehrhardt live im Radio Rai3, Concertzender Nederland, im Bayerischen Rundfunk und auf France Musique.

Edoardo Valorz, geboren in Italien, studierte Orgel bei Wijnand van de Pol und Cembalo sowie Musikwissenschaften bei Patrizia Marisaldi in Vicenza. Nach Beendigung des Studiums in Italien wechselte er an das Koninklijk Conservatorium, Den Haag und machte dort seinen Bachelor- und Masterabschluss im Fach Cembalo bei Ton Koopman und Tini Mathot und Basso Continuo bei Patrick Ayrton.

Als Solist und Continuo Spieler – Cembalo und Orgel – spielte Valorz in verschiedenen Festivals für Alte Musik mit wie zum Beispiel im Utrecht Oude Muziek und Seoul Early Music Festival, Itineraire Baroque und Antiqua Festival und mit Barockensembles wie Amsterdam Baroque Orchestra, Symphonie Atlantique, Northern Consort und Concordi Musici. Des Weiteren hat er auch unter der Leitung von Ton Koopman, Christopher Hogwood, Bart Kuijken, Peter van Heygen und Alfredo Bernardini gearbeitet und gewann den Cembalo Wettbewerb G.Gambi in Pesaro im Fach Continuo. Valorz ist Gründungsmitglied des Ensembles L’Arco Sonoro und macht zu dem noch seinen Doktor an der Universität Leiden und dem Orpheus Institut Gent. Seit 2014 unterrichtet er am Koninklijk Conservatorium, Den Haag das Fach “historische Entwicklung des Cembalos”.

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